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Die vier Komponenten des GfK-Modells

Beispiele aus dem Erziehungsalltag

1. Beobachten ohne zu bewerten

Bewertungen wie Interpretationen, Kritik, Vergleiche, Urteile, Diagnosen, usw. beschämen, ängstigen oder beschuldigen Kinder bzw. ErzieherInnen. Dies erschwert die Kommunikation beiderseits. 

ErzieherIn: „Was ist hier schon wieder passiert?“
Kind: „Die sind total gemein, er hat angefangen!“
Dieser Wortwechsel zieht eher eine Schuldzuweisung nach sich, als dass eine Aufklärung gelingt.

Die Beobachtung ist die Benennung des konkret beobachtbaren Verhaltens, das unser Wohlbefinden stört. Die Beobachtung dient im Wesentlichen der Schaffung einer gemeinsamen Gesprächsbasis und eines neutralen Einstiegs in das Gespräch.

So unterstützen Sie Kinder, den Auslöser konkret zu benennen:
ErzieherIn: „Was hast du gesehen?“
Kind: „`Name´ hat mir die Puppe weggenommen!“

Bei einer konkret ausgesprochenen Beobachtung wissen alle, worum es geht. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit des Hinhörens.


2. Gefühle wahrnehmen und ausdrücken

Klar und deutlich ausgesprochene Gefühle erleichtern es uns, miteinander in Kontakt zu kommen.

Schmerzhafte Gefühle bedeuten, dass wichtige Bedürfnisse nicht erfüllt sind.
Die Frage von ErzieherInnen oder Eltern: „`Name´, was hast du denn?“ führt häufig zu: „Nichts.“
Stattdessen können Sie das Kind fragen: „`Name´, wie geht es dir?“
Kind: „Schlecht.“ Oder: „Nicht gut.“
Erzieherin: „Wie fühlst du dich denn, wenn es dir schlecht geht?“
Kind: „Ärgerlich, ängstlich, erschrocken, müde, unentschlossen, sauer, …“

Ermuntern Sie als ErzieherIn die Kinder, einen Gefühlswortschatz zu entwickeln und damit ihre Lebendigkeit zu zeigen!

Wohlige Gefühle bedeuten, dass gerade wichtige Bedürfnisse erfüllt sind.
ErzieherIn: „`Name´, wie geht es dir?“
Kind: „Gut.“
Erzieherin: „Wie fühlst du dich, wenn es dir gut geht?“
Kind: „Fröhlich, glücklich, aufgeregt, lebendig, munter, selig, froh, erstaunt, behaglich, …“


3. Bedürfnisse erkennen und akzeptieren

Bedürfnisse sind der gute Grund, worum es uns eigentlich geht und somit die Ursache unserer Gefühle. Bedürfnisse wollen erfüllt sein und unsere Gefühle sind der Indikator, inwieweit wir das, was wir brauchen schon haben oder es noch ersehnen.

Kinder brauchen für die Entwicklung von Selbstbewusstsein und Selbstwert die Unterstützung der Erwachsenen, um das, was ihnen wichtig ist, in einen sprachlichen Ausdruck zu bringen.
Kind: „Ich will das Bild jetzt nicht ausschneiden!“
ErzieherIn: „Was brauchst du, wenn du sagst, dass du das Bild nicht ausschneiden möchtest?“
Kind: „Ich will es so lassen!“
Erzieherin: „Möchtest du, dass gesehen wird, was du dir beim Malen ausgedacht hast?“
Kind: „Ja!“
ErzieherIn: „Ich höre, du möchtest, dass gesehen wird, was du dir beim Malen ausgedacht hast, das nenne ich ´Verständnis`.“

Die Bedürfnisse sind sprachlich die Ebene, auf der Begegnung, Verständnis und Miteinander stattfinden kann, da alle Menschen sie kennen (z. B. Rücksichtnahme, Gemeinschaft, Unterstützung, ...).

 

4. Bitten aussprechen

In der Wertschätzenden und Einfühlsamen Kommunikation wird in der Bitte eine konkrete Handlung positiv und klar benannt, um was wir andere bitten möchten.

ErzieherIn: „Schau bitte jetzt auf die Schere, die du in deiner Hand hältst.“ (statt: „Pass auf!“)
Kind: „Nein. Ich möchte jetzt in der Bauecke spielen. Geht das?“

Die Formulierung einer klaren Bitte setzt das Bewusstsein über das unerfüllte Bedürfnis voraus.


Ziel der GfK ist es, dass der andere die Bitte freiwillig und gerne erfüllt und damit zur Bereicherung des Lebens beiträgt.